Hund leckt Pfoten: 5 Gründe & erste Hilfe

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Wenn dein Hund ständig seine Pfoten leckt, kann das verschiedene Ursachen haben – von harmlosen Gewohnheiten bis hin zu ernsten gesundheitlichen Problemen. Ob Allergien, Stress oder Schmerzen – hier erfährst du die 5 häufigsten Gründe, warum Hunde ihre Pfoten übermäßig belecken, und welche sofortigen Maßnahmen du ergreifen kannst, um ihm zu helfen. 🐾🐶

Warum leckt mein Hund ständig seine Pfoten? Ursachen & Soforthilfe

Viele Hundebesitzer beobachten, dass ihr Vierbeiner immer wieder seine Pfoten ableckt. Doch was steckt dahinter? Von harmlosen Gewohnheiten bis zu ernsten gesundheitlichen Problemen – die Gründe können vielfältig sein. Manchmal ist es nur eine vorübergehende Reaktion auf Schmutz oder Feuchtigkeit, in anderen Fällen können Juckreiz, Allergien oder sogar Schmerzen der Auslöser sein.

In diesem Artikel erfährst du die häufigsten Ursachen für das Pfotenlecken und erhältst praktische Tipps zur Ersten Hilfe, um deinem Hund schnell Linderung zu verschaffen. 🐶🐾

Hund leckt Pfoten: Was tun?

Pfotenlecken ist beim Hund oder einer Katze erst einmal ganz normal. Jeder Hund leckt seine Pfoten, genauso wie er andere Stellen am Körper leckt. Doch wenn der Hund sich ständig ohne Pause leckt, muss man handeln.

Es können verschiedene Probleme dahinter stecken, die wahrscheinlichsten sind:

Verhaltensprobleme

  • Langeweile
    Der Hund leckt seine Pfoten meist wenn er unbeaufsichtigt herumliegt.
  • Verlassensangst
    Der Hund leckt seine Pfoten meist, wenn er alleine gelassen ist.
  • Stress
    Der Hund leckt bzw. beißt auf seine Pfoten, wenn er unter Streß steht.

Ursachen für Pfotenlecken bei Hunden: Mögliche Gesundheitsprobleme

  • Allegien
  • Juckreiz
  • Parasitenbefall
  • Hautpilz
  • Krebs (Turmore)
  • Fremdkörper im Fuß
  • Verfilzte Stellen am Fuß
  • Verletzungen am Fuß
  • Zwischenzehenabzesse
  • Krallenbruch
  • Etc.
Dass ein Hund seine Pfoten leckt, kann verschiedenste Ursachen haben. (#01)

Dass ein Hund seine Pfoten leckt, kann verschiedenste Ursachen haben. (#01)

 

Hund leckt Pfote: Verletzungen oder Fremdkörper

Bevor man an eine ernsthafte Erkrankung denkt, sollte man vorher alle anderen Ursachen ausschließen. Am Einfachsten lassen sich Verletzungen oder Fremdkörper am Fuß erkennen. Wenn der Hund also dauernd die Pfoten leckt, sollte man diese einmal genauer untersuchen.

Symptome einer Pfotenverletzung:

  • Hund leckt seine Pfote
  • Hund humpelt
  • Blut an der Pfote
  • Hund tritt eventuell gar nicht mehr auf
  • Hund jammert

Deshalb sollte man den Fuß genau untersuchen. Gerade wenn der Hund dazu noch humpelt oder die Pfote beim Laufen nicht belastet, ist dies eine wahrscheinliche Möglichkeit. Findet man nicht, kann es immer noch sein, dass ein Spreisel oder ein kleiner Stein irgendwo zwischen den Fußballen steckt. Deshalb sollte man diese Ursache auch nach einer ersten Untersuchung nicht komplett abhacken.

Was sollte man tun, wenn man eine Verletzung entdeckt?

  • Die Pfote gründlich reinigen (am besten mit Wasser)
  • Pfote desinfizieren
  • Eventuell die Behaarung kürzen

Den Fremdkörper vorsichtig entfernen

  • Dazu möglichst gutem Licht untersuchen
  • Fremdkörper mit Pinzette entfernen
  • Blutet die Wunde stark oder klafft die Wunde sehr auseinander ist unbedingt ein Tierarzt aufzusuchen

Dem Hund einen Pfotenverband anlegen, dieser verhindert ein weiteres Lecken der Wunde.

  • Dazu die Haare aus dem Bereich schneiden
  • Wundsalbe auftragen
  • Pfotenverband fest (nicht abschnüren) anlegen
  • Nur so kann sie schnell und ohne Komplikationen verheilen.
Leckt der Hund seine Pfoten wegen einer Verletzung, muss sofort gehandelt werden. (#02)

Leckt der Hund seine Pfoten wegen einer Verletzung, muss sofort gehandelt werden. (#02)

 

Mögliche Verletzungen an den Hundepfoten: Erkennen und Handeln

  • Verletzungen an der Daumenkralle
  • Blutende Schnittverletzungen
  • Ein Schnitt im Ballen
  • Kralle ist abgebrochen
  • Holzsplitter oder Dornen stecken in der Pfote
  • Eine Zecke hat sich festgebissen
  • Gräser stecken zwischen den Zehen

Ist man sich unsicher oder ist die Wunde groß bzw. entzündet sollte man unbedingt einen Tierarzt aufsuchen.

Ist die Pfote verletzt darf der Hund die ersten Tage nur kurz spazieren gehen, die Wunde muss weiterhin verbunden bleiben. Solange der Hund die Pfoten leckt, bleibt der Verband dran.

Juckreiz oder Parasitenbefall?

Wenn der Hund seine Pfoten leckt, kann das gut an einem ständigen jucken liegen. Oft ist ein Juckreiz an einer veränderten Hautoberfläche zu erkennen. Sind an der Pfote, die der Hund ständig leckt, Pusteln oder rote Stellen zu erkennen? Schaut die Haut irgendwie anders aus als an den anderen Pfoten? Oder sind irgendwelche Parasiten zu erkennen, die diesen Juckreiz auslösen könnten?

Häufige Parasiten bei Hunden:

  • Flöhe:
    Diese kleinen Quälgeister sind ungefähr ein bis vier Millimeter groß. Sie besitzen sehr große Hinterbeine, die sie zu Sprüngen von fast einem Meter befähigen. So können Flöhe gut von einem Hund zum nächsten springen. Nachdem so ein Flohbefall nicht nur den Hund betrifft, ist bei einem Flohbefall auch immer die Umgebung in die Bekämpfung einzubeziehen.
  • Milben:
    Als allererstes bemerkt man bei einem Milbenbefall wohl das häufige Kratzen bzw. Lecken der betroffenen Stellen. Später gibt es kahle Fellstellen, Schuppen und / oder Verkrustungen. Schüttelt der Hund seinen Kopf häufiger, sollte man unbedingt die Ohren untersuchen. Milben können sogar auf den Mensch übergehen.

    Es gibt einige verschiedene Milbenarten, die einen Hund heimsuchen:

    • Ohrmilben
    • Räudemilben
    • Herbstgrasmilben
    • Deomdexmilben
  • Zecken:
    Zecken sind gerade in den Sommermonaten (April bis September) aktiv, doch auch in den anderen Monaten kann sich der Hund eine Zecke einfangen. Zecken befallen den Hund meist beim Spazierngehen. Wenn der Hund durch hohes Gras oder Sträucher und Büsche läuft, fängt er sich diese Quälgeister ein. Zecken kann man, wenn man sie gleich entdeckt einfach vom Hund ablesen. Haben sie sich erstmal festgebissen (was zu einem Juckreiz führt), kann man sie leicht mit einer Zeckenzange entfernen.
Ob Flöhe, Milben oder Zecken, jede Art von Parasiten ist für den Hund eine Qual. (#03)

Hund leckt Pfoten: Ob Flöhe, Milben oder Zecken, jede Art von Parasiten ist für den Hund eine Qual. (#03)

 

Hund leckt Pfote: Langeweile?

Findet man keine Verletzungen oder Fremdgegenstände und auch die Haut schaut normal aus, sollte man einmal überlegen, wie der Alltag des Hundes ausschaut.

Ein Hund leckt seine Pfoten auch wenn ihm langweilig ist. Langweile kann ein Hund auch verspüren, wenn er regelmäßig spazieren geht oder wenn er immer mit dabei ist.

Langweilig ist Hunden häufig, wenn sie keine Aufgabe haben. Wenn Hunde nichts zu denken, zu lernen oder sonst auch keine Aufgaben haben, wird es manchen Hunden richtig langweilig. Dann neigen Hunde dazu ihre Langweile irgendwie zu vertreiben.

Hunde denen langweilig ist:

  • Jaulen und bellen
  • Zerstören Gegenstände
  • Knabbern oder lecken von Körperteilen
  • Aggresives Verhalten
  • Lethargie & Lustlosigkeiten

Einem Hund, dem langweilig ist, das Pfoten lecken zu verbieten, bringt nichts. Man muss den Hund beschäftigen und zwar so, dass er ausgelastet ist. Ihn für eine halbe Stunden in den Garten zu lassen, ist ja mal ganz nett, aber das lastet keinen Hund aus. Dasselbe zählt für die (immer gleiche) Runde um den Häuserblock.

Hunde brauchen eine große Runde durch unerkundete Gegenden (Abwechslung ist hier gefragt). Jeden Tag dieselbe Runde ist öde. Dabei muss er frei laufen können, schnuppern, rennen, toben und spielen. Mit Artgenossen und mit seinem Herrchen / Frauchen. Es gibt viele Möglichkeiten, den Hund beim Spazierengehen zu fordern. Man muss sie nur finden.

Das Gassi gehen sollte möglichst interessant gehalten werden. (#04)

Das Gassi gehen sollte möglichst interessant gehalten werden. (#04)

 

Hund leckt Pfote, wenn er alleine ist

Viele Hunde haben Schwierigkeiten, alleine zu bleiben – und das ist ganz natürlich. Hunde sind von Natur aus Rudeltiere und fühlen sich am wohlsten, wenn sie in der Nähe ihres „Rudelführers“ sind. Wenn der Mensch das Rudel verlässt und den Hund allein zu Hause lässt, muss der Hund lernen, dass alles in Ordnung ist.

Dieser Zustand kann beim Hund Stress und Angst auslösen, die er in unterschiedlichen Verhaltensweisen ausdrückt.

Hunde, die Schwierigkeiten haben, alleine zu bleiben, zeigen häufig folgende Reaktionen:

  • Lautes Jaulen
  • Ständiges Bellen
  • Pfotenlecken oder -beißen
  • Zerstörung von Möbeln
  • Unsauberkeit

Wenn der Hund seine Pfoten leckt, während er allein ist, sollte dies als Hinweis genommen werden, noch einmal ein gezieltes Training zu beginnen. Es ist wichtig, den Hund schrittweise an das Alleinsein zu gewöhnen. Außerdem hilft es, den Hund ausreichend zu beschäftigen, denn ein gut ausgelasteter Hund kann die erste Zeit alleine entspannter und ruhiger verbringen.

Man sollte den Hund langsam ans Alleinsein gewöhnen, damit er nicht vor Panik sich die Pfoten leckt. (#05)

Man sollte den Hund langsam ans Alleinsein gewöhnen, damit er nicht vor Panik sich die Pfoten leckt. (#05)

Zwischenzehenabzess: Was tun, wenn der Hund seine Pfoten leckt?

Wenn ein Hund seine Pfoten leckt und beim Abtasten Knötchen oder Blasen auffallen, könnte dies auf einen Zwischenzehenabzess hinweisen.

Zusätzliche Anzeichen:

  • Der Hund reagiert empfindlich auf Berührung
  • Die betroffene Pfote fühlt sich erhitzt an
  • Haarausfall an der betroffenen Stelle

Da ein solcher Abzess äußerst schmerzhaft sein kann, ist es wichtig, umgehend einen Tierarzt aufzusuchen.

Hausmittel gegen Pfotenlecken und Juckreiz bei Hunden

Wenn dein Hund oft seine Pfoten leckt oder sich ständig kratzt, kann das viele Gründe haben – von trockener Haut über Allergien bis hin zu Hautirritationen. Bevor du jedoch zu chemischen Produkten greifst, können natürliche Hausmittel eine sanfte und effektive Unterstützung bieten.

  • 1. Kamillentee zur Beruhigung der Pfoten
    Kamille besitzt entzündungshemmende und antibakterielle Eigenschaften, die gereizte Pfoten beruhigen können. Tränke ein Tuch in abgekühltem Kamillentee und tupfe es vorsichtig auf die betroffenen Stellen oder tauche die Pfoten für einige Sekunden in eine Schale mit Kamillentee.
  • 2. Kokosöl für zusätzlichen Schutz
    Vor allem in der kalten Jahreszeit oder bei rissigen Pfoten bietet Kokosöl eine wunderbare Möglichkeit, die Haut zu pflegen. Es spendet Feuchtigkeit und bildet eine schützende Schicht gegen Streusalz und Schmutz. Trage eine dünne Schicht auf die Pfoten auf und massiere sie sanft ein.
  • 3. Vorsicht bei Salben – Ablecken verhindern
    Salben wie solche mit Vaseline oder Ringelblume sind hilfreich bei Entzündungen, aber es besteht die Gefahr, dass dein Hund sie ableckt. Hier können Hundesocken oder spezielle bitter schmeckende Produkte nützlich sein, um das Ablecken zu verhindern.
  • 4. Sauerkraut für eine gesunde Haut von innen
    Ein gesundes Verdauungssystem wirkt sich oft positiv auf die Haut aus. Probiotische Lebensmittel wie Sauerkraut unterstützen eine gute Darmflora und können Juckreiz lindern. Beginne mit kleinen Mengen und achte auf die Qualität des Sauerkrauts.

Fazit: Sanfte Hausmittel für glückliche Hundepfoten

Natürliche Hausmittel bieten eine hervorragende Möglichkeit, die Pfoten deines Hundes zu pflegen und Juckreiz oder das ständige Lecken zu lindern. Kamillentee, Kokosöl und sogar Sauerkraut können auf sanfte Weise helfen, Hautirritationen zu beruhigen und das Wohlbefinden deines Hundes zu steigern. Diese natürlichen Mittel sind nicht nur schonend, sondern auch leicht anzuwenden und stellen eine effektive erste Hilfe dar.

Allerdings ist es wichtig, die Ursache des Pfotenleckens nicht aus den Augen zu verlieren. Wenn das Problem trotz der Anwendung von Hausmitteln weiterhin besteht oder sich verschärft, sollte unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden. Der Tierarzt kann die genaue Ursache des Leckens feststellen – sei es eine Allergie, Hauterkrankung oder eine andere gesundheitliche Störung – und eine gezielte Behandlung empfehlen.

Gesunde und gepflegte Pfoten sind ein wichtiger Bestandteil des allgemeinen Wohlbefindens deines Hundes. Mit den richtigen Maßnahmen kannst du deinem Hund zu mehr Komfort und Lebensfreude verhelfen, sodass er sich rundum wohlfühlt. 🐾🐶

Bildnachweis: ©Shutterstock-Titelbild: Chendongshan, #01: Irina Kozorog, #02: lovelyday12, #03: Fayzulin Serg, #04: ManuelfromMadrid, #05: eva_blanco

Über den Autor

Hans-Jürgen Schwarzer (Link Google+) leitet die Online-Agentur schwarzer.de software + internet gmbh. Als Unternehmer und Verleger in Personalunion wie auch als leidenschaftlicher Blogger gehört er zu den Hauptautoren von startup-report.de. Innerhalb seiner breiten Palette an Themen liegen dem Mainzer Lokalpatriot dabei vermeintlich „schräge“ Ideen oder technische Novitäten besonders am Herzen.

1 Kommentar

  1. Wenn ein Hund einen Schnitt leckt – behindern Sie ihn nicht, das ist normal (der Speichel eines Hundes enthält Lysozym – ein natürliches Antiseptikum, das die Wundheilung nicht schlechter fördert als einige Medikamente).

  2. Jutta Lindner am

    Hallo,
    unsere Hündin (14 J.) hat Cushing Syndrom und bekommt Vetoryl als Medikament. Seit ungefähr 1 1/2 Jahren. Sie leckt seit geraumer Zeit ihre Pfoten und manchmal beißt sie sogar unter Jaulen in ihre Pfoten. Sie belastet beim Laufen die Pfoten ganz normal. Nur wenn sie auf rauhem Untergrund läuft, wetzt sie ihre Hinterpfoten mehrmals hintereinander auf den Boden, als wenn ihre Pfötchen jucken würden. Ich weiß mir keinen Rat. Wenn ich das Thema beim TA anspreche, geht der TA darauf einfach nicht ein. Murmelt etwas von Allergien, aber macht nichts dagegen. Ich bin ratlos, vielleicht habt ihr ja einen Hinweis, was wir machen können.

    Lieben Gruß Jutta Lindner

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